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Freitag, 19. März 2010

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Kleines Glücksspiel – großes Unglück

25.11.2009 10:00

 

Kleines Glücksspiel – großes Unglück

Das sogenannte „Kleine Glücksspiel“ wird zum immer größeren Problem. Besonders in einkommensschwächeren Bezirken schießen Automatenlokale wie die Schwammerl aus dem Boden. Die Folgen sind verheerend.

Verschuldung durch das Kleine Glücksspiel

Das Kleine Glücksspiel treibt Menschen in die Verschuldung und in Folge in den Ruin. Es nimmt ihnen die Zukunft und zerstört ganze Familien. Und die SpielerInnen werden immer jünger.

 

1. Der Jugendschutz wird in vielen Automatenlokalen nicht ernst genommen!

Laut Spielsuchthilfe geben ein Drittel der behandelten Spielsüchtigen an, mit dem Automatenglücksspiel als Minderjährige begonnen zu haben.

MitarbeiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit sehen das Automatenglücksspiel mittlerweile bedrohlicher als Drogen. Doch die Behörden sind untätig, die VertreterInnen der Stadt Wien schweigen und nehmen dieses Problem auf die leichte Schulter, während Automatenhersteller und -betreiber blendend damit verdienen.

Wir Grüne fordern:

  • Flächendeckende, rigorose Kontrollen der Lokale und ausreichende Hilfe für die Spielsüchtigen und deren Familien.
  • Es braucht dringend Beratungs- und Betreuungseinrichtungen für Spielsüchtige und spielsuchtgefährdete Menschen und es braucht dieses Angebot besonders für Jugendliche.

2. Spielsüchtige in Wien

Laut Schätzungen von ExpertInnen sind in Österreich 1,5 % der Bevölkerung krankhafte SpielerInnen, 3 % sind von Spielsucht gefährdet. Umgelegt auf die EinwohnerInnenzahl Wiens sind damit 28.000 Menschen in dieser Stadt spielsüchtig, rund 56.000 weitere gefährdet. Dem gegenüber steht eine einzige auf Spielsucht spezialisierte Beratungsstelle in ganz Wien, die Spielsuchthilfe im 5. Bezirk (http://spielsuchthilfe.at)

Der Einstieg in die Spielsucht:

  • 40 % der Spielsüchtigen waren beim Einstieg 18 Jahre oder jünger
  • für mehr als 80 % der Spielsüchtigen begann die Sucht am Spielautomaten

Die Folgen für die Spielsüchtigen:

  • 85,7 % haben Spielschulden, Durchschnittliche Verschuldung 41.594 Euro, 16 % der Spielsüchtigen sind mit mehr als 70.000 Euro verschuldet
  • 21,9 % verlieren ihren Arbeitsplatz
  • 10,7 % verlieren ihre Wohnung
  • 17,9 % rutschen in Beschaffungskriminalität
  • 8,7 % werden zu unbedingten Haftstrafen verurteilt
  • 3,8 % unternehmen einen Selbstmordversuch

Wir Grünen fordern:

 

  • mehr Mittel für Prävention
  • Ausbau des Therapieprogramms für Spielsüchtige, damit niemand mehr abgewiesen wird.

Die Stadt Wien soll endlich eine seriöse, unabhängige wissenschaftliche Studie in Auftrag geben, die sich nicht nur mit den sozialen Kosten des Glücksspiels in Wien beschäftigt, sondern auch das Beratungs- und Betreuungsangebot evaluiert. Und die Stadt Wien soll diese Studie auch veröffentlichen. So soll endlich eine fundierte Diskussion über das Thema Automatenspiel und Spielsucht in Wien ermöglicht werden, vor der sich die Wiener SPÖ seit Jahren drückt.

Wir Grüne im Bezirk fordern:

  • eine niederschwellige Beratungsstelle für die Betroffenen
  • und vermehrter Einsatz von streetwork. Unser Antrag vom September wurde bis dato noch nicht beantwortet.

3. Auch der Bezirksvorsteher muss aktiv werden:

  • Keine Zustimmung zu neuen Automatenkonzessionen!

Wir fordern den Bezirksvorsteher auf,  keine positiven Stellungnahmen in den Konzessionsverfahren für die Aufstellung von Münzgewinnspielapparaten mehr abzugeben.

Das Konzessionsverfahren sieht keine Möglichkeiten zur Ablehnung eines Ansuchens aufgrund von abzusehenden negativen Folgen für die Bezirksentwicklung vor. Auf unsere Anfrage hin, versicherte der Herr Bezirksvorsteher dies zu tun.

  • Klare Stellungnahme zum Verbot des Kleinen Glücksspiels!

Die Bezirksvorsteherin von Favoriten, Hermine Moospointner, spricht sich in der November - Ausgabe der Monatszeitschrift "Datum" klar und deutlich für die Abschaffung des Kleinen Glücksspiels in Wien aus.

  • Die Stadt Wien muss auf das Kleine Glücksspiel verzichten!

Niemand hindert die SPÖ daran, dass Kleine Glücksspiel zu verbieten.  Die Stadt Wien nimmt jährlich ca. 60 Millionen Euro an Steuern aus dem Kleinen Glücksspiel ein - der volkswirtschaftliche Schaden, der durch Spielsucht entsteht, wird allerdings nie beziffert.

Weitere Informationen unter: www.ungluecksspiel.at



 

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