Westbahnpark? Aber richtig!

Grüne Aktion gegen Betonprojekt und für einen richtigen Park am Westbahngelände


Die geplante Verbauung des Westbahngeländes sorgt weiterhin für Ärger und Sorgen bei den Anrainer:innen im 15. Bezirk. Mit einem zehn Meter langen Transparent mit der Aufschrift „Westbahnpark? Aber richtig!“ protestierten wir Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus bei der Schmelzbrücke gegen die aktuellen Pläne der Stadtregierung.


Während hinter verschlossenen Türen über die Zukunft des Westbahngeländes entschieden wird, droht die Idee eines echten Westbahnparks endgültig begraben zu werden. In den kommenden Wochen will die Stadt einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb präsentieren – und damit ihren Kurs trotz anhaltender Kritik weiter vorantreiben.

Das Konzept der Stadtregierung sieht unter dem zynischen Begriff „Landschaftspark“ eine Dachbegrünung mit darunterliegender, intensiver wirtschaftlicher Nutzung vor. Hochhäuser, Parkgaragen und ein Logistikzentrum sollen mit einem Rasendach behübscht werden. Eine natürliche Parkfläche sieht anders aus!

Die Bewohner:innen im 15. Bezirk sehnen sich nach mehr Grün und einer Verkehrsentlastung – stattdessen bekommen sie eine 12 Meter breite Straße und LKW-Schwerverkehr, verursacht durch das neue Logistikzentrum. Stadträtin Ulli Sima gießt wieder einmal ihre Pläne in Beton. Der Wunsch der Menschen nach einem echten Westbahnpark wird ignoriert!

Zu hohe Gebäude drohen die Versorgung der Stadt mit kühler Luft aus dem Wienerwald zu kappen. Das dürfen wir nicht zulassen. Eine genaue Vermessung des Kaltluftstroms in die Innenstadt fordern wir seit Jahren, ist aber weiterhin ausständig. Auf dieser Basis solch weitreichende Entscheidungen über die Zukunft des Westbahngeländes zu treffen ist unverantwortlich. Daher werden wir Grüne die genaue Vermessung des essenziellen Kaltluftstroms als Antrag im Gemeinderat einbringen.

So viel ist klar: Der Bezirk steht vor einem Jahrhundertprojekt. In der Bevölkerung formiert sich Widerstand gegen eine Verbauung. Bürger:inneninitiativen und sogar der ehemalige SPÖ-Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal stellen sich gegen die Pläne von Stadträtin Sima. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Wünsche der Bevölkerung endlich gehört werden.

Ein Ansuchen auf Bürger:innenversammlung im Jahr 2025 hat Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht verweigert: Er fühle sich für das Bauvorhaben in seinem Bezirk nicht zuständig. Wir sehen das als rechtswidrig an und reichen jetzt Beschwerde bei der Volksanwaltschaft ein. Auch von den ÖBB und den Planer:innen der Stadt verlangen wir die Offenlegung aller Informationen nach dem Informationsfreiheitsgesetz.

Hintergrund
Das Gelände hinter dem Westbahnhof ist eine der letzten Entwicklungsflächen der Stadt. Die hitzegeplagten Bewohner:innen können sich in diesem Bezirk mit wenig Grünflächen ihren Erholungsraum nicht aussuchen. Ein unversiegelter Westbahnpark auf 1,2 Kilometern würde allen Menschen ihren Platz im Bezirk zurückgeben. Die Begrünung des Areals sowie der Erhalt der bestehenden Bäume machen aus dem Westbahnpark etwas Besonderes. Die wichtige Kaltluftschneise ist für die ganze Stadt eine natürliche Klimaanlage. Attraktive Verbindungen über die Bahngleise bringen Menschen zusammen und stärken zukunftsfähige Mobilität.

Terminankündigung:
Podiumsdiskussion – Perspektiven auf das Westbahngelände:
Expert:innen diskutieren die Chancen neuen städtischen Grünraums und die Risiken der Verbauung.
Donnertag 19.3. 18:30h – 20h Parteibüro der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus – Kriemhildplatz 10/1 1150 Wien