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am 7. März

1938 – 2018 Frauen im Widerstand

Marianne Geets - Wo und wann wird im Gedenkjahr 2018 der Frauen gedacht, ohne die kein Widerstand möglich gewesen wäre?

Frauen stellten sich aktiv und passiv gegen die Diktatur der Nazis. Frauen schrieben Flugblätter und verteilten sie, versteckten die Abziehgeräte und organisierten Papier. Frauen schafften Lebensmittel für versteckte Menschen heran, sie versorgten die Partisanen (vor allem in Kärnten und in Bad Aussee) mit Lebensmitteln, Verbandszeug und Medikamenten. Frauen waren auch im bewaffneten Kampf aktiv, sie betrieben Sabotage in Fabriken, sie steckten Wehrmachtsangehörigen in besetzten Ländern Flugblätter zu (die so genannte "Mädlarbeit") und sie gaben ihren Widerstand auch in den Vernichtungslagern der Nazis nicht auf.

Gegen das Vergessen


Nach der Befreiung Österreichs wurde der Kampf der Frauen schnell vergessen. Als noch Männermangel herrschte, sprangen sie in den sogenannten „Männerberufen“ ein, wie schon während des Krieges. Als die Männer zurück kamen, hieß es – zurück an den Herd. Erst spät, fast schon zu spät, kamen auch diese Frauen zu Wort: In den Büchern „Der Himmel ist blau. Kann sein.“ und „Ich geb dir einen Mantel...“ wurden Frauen, die im Widerstand aktiv gewesen waren, interviewt.

Der während der Interviews gedrehte Film „Küchengespräche mit Rebellinnen“, den das Autoinnenteam produzierte, ist ebenfalls sehr sehenswert,siehe dazu http://www.karinberger.at/filme/kuechengespraeche.htm

Widerstand heute


Auch gegenwärtig bleibt der Widerstand von Frauen unauffällig. Oft werden Bürger_innen-initiativen von Frauen gegründet und getragen, sei es im Kampf für eine saubere, lebenswerte Umwelt, für den Erhalt des Sozialstaates, gegen autoritäre Tendenzen oder gegen Abschiebungen. Für viele Frauen ist diese Arbeit selbstverständlich, sie reden nicht darüber, sie tun einfach, ob auf individueller Ebene oder eingebunden in Netzwerke und Vereine. Während in Europa dieses Tun zumeist nicht mit Lebensgefahr verbunden ist (Ausnahmen sind z.B. Muslima, die in ihrer Gemeinde gegen Intoleranz arbeiten) gibt es leider noch genügend Länder in denen Frauen unter äußerst gefährlichen Bedingungen für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte und für die Gleichberechtigung der Frauen kämpfen.

Wir gedenken heuer der stillen Heldinnen der Vergangenheit und der Gegenwart!


Leseempfehlungen:

Berger, / Holzinger, Elisabeth / Podgornik, Lotte / Trallori, Lisbeth N (Hg.): Der Himmel ist blau. Kann sein. Frauen im Widerstand. Österreich 1938-1945

Promedia 1985. 272 S. brosch.

€ 15,90. ISBN: 978-3-900478-05-6

Berger, / Holzinger, Elisabeth / Podgornik, Lotte / Trallori, Lisbeth N (Hg.): Ich geb Dir einen Mantel....
Widerstehen im KZ. Österreichische Frauen erzählen

Promedia 1987. 328 S. Brosch. € 17,90. ISBN: 978-3-900478-20-9