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am 5. November

Feierliche Platzbenennung "Moshe Jahoda Platz"

Julia Nowotny - Endlich bekommt der Platz beim ehemaligen Turnertempel einen eigenen Namen. Einen Namen, der der jüdischen Geschichte und Bedeutung dieses Ortes gerecht wird. Einen Namen, der einen Menschen ehrt, der sich trotz schrecklicher Erlebnisse, die er in unserem und seinem Land aushalten musste, zeitlebens dafür eingesetzt hat, dass dieser Teil unserer Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Überleben

Moshe Jahoda hat überlebt, viele andere nicht. Auch seine gesamte Familie, bestehend aus seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Gerti wurden in Auschwitz ermordet. Dass Moshe Jahoda als einziger seiner Familie überlebt hat verdankt er dem Umstand, dass er 1939 mit einem Kindertransport nach Palästina kam, wo er dann seine weitere Kindheit und Jugend verbrachte.

 

Leben

Moshe Jahoda war Zeit seines Lebens in unterschiedlichen Funktionen ein engagierter Kämpfer dafür, dass die Interessen jüdischer Überlebender auch von öffentlicher Seite gehört wurden, er war unter anderem federführend an den Verhandlungen mit der österreichischen Regierung betreffend  Entschädigungs- und Wiedergutmachungsmaßnahmen beteilgt.

 

Aber auch seinem Heimatbezirk Rudolfsheim-Fünfhaus blieb Moshe Jahoda zeitlebens verbunden und war maßgeblich daran beteiligt, dass an der Stelle des niedergebrannten Turnertempels in der Turnergasse ein Mahnmal errichtet wurde.  Dieses Mahnmal ist eben jeder Gedenkort, an dem man als Grätzelbewohner_in unweigerlich vorbeikommt, wenn man in seinem Bezirk spazieren geht. Und ohne dieses Mahnmal würde man eventuell gar nicht erfahren, eine welch große jüdische Vergangenheit unser Bezirk hat und welch schreckliche Gräueltaten in unserer eigenen Nachbarschaft passiert sind. Ein Spaziergang durch das Grätzel war der Anlass, mich näher mit der Geschichte meines kleinen Mikrokosmos zu beschäftigen, die Lektüre des Buches “Das Dreieck meiner Kindheit” hat schließlich sehr viel Informationen und Wissen gebracht, vor allem aber Beklemmung und Betroffenheit ausgelöst. Und die Überzeugung, dass die Geschichte unserer ehemaligen Nachbar_innen niemals vergessen werden darf.

 

Erinnern

Die Benennung des Gedenkortes beim Turnertempel in Moshe Jahoda Platz ist daher ein wichtiger Schritt, um ein Zeichen zu setzen, dass diese Menschen - unsere ehemaligen Grätzelmitbewohner_innen - in Erinnerung bleiben müssen. Und es ist ein wichtiger Schritt, um die vielen Verdienste von Moshe Jahoda auch als sein Heimatbezirk anzuerkennen.

 

Es freut uns ganz besonders, dass unser Vorschlag in der Bezirksvertretung auf
breite Zustimmung gestoßen ist und im November 2016 ein gemeinsamer Antrag
beschlossen wurde, der die Benennung des Platzes nach Moshe Jahoda gefordert
hat.​


Gedenken

Und nun ist es soweit, am 07. November 2018 um 16:30 wird die feierliche Platzbenennung stattfinden. Wir würden uns freuen, wenn diese Zeremonie von vielen Bezirksbewohner_innen besucht wird.


Nähere Informationen zur Veranstaltungen :  Platzbenennung Moshe Jahoda

​Buchtipp: Kofler, M., Pühringer, J., Traska, G. (Hg.). (2008). Das  Dreieck meiner Kindheit. Eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien. Wien: Mandelbaum Verlag. ISBN978-3-85476-279-9.