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am 2. September

Äußere Mariahilfer Straße: Von der Durchzugsstraße zum Wohngebiet

Cathy Schneider, Haroun Moalla - Eine Begegnungszone zwischen Gürtel und Gerstnerstraße soll den notwendigen Impuls für die Entwicklung der Äußeren Mariahilfer Straße bringen.

Innere Mariahilfer Straße als Vorbild

Sechs Jahre nach dem Umbau der Mariahilfer Straße zeigt sich, dass der Grüne Leuchtturm nicht nur international und national ausstrahlt (immer mehr Städte setzen auf Verkehrsberuhigung in ihren Stadtzentren), sondern von der „Mahü“ aus auch unmittelbar Impulse ausgehen: Die Otto-Bauer-Gasse, Neubaugasse, Zieglergasse, Zollergasse und viele andere wurden zu Begegnungszonen. Das ist die Stadt der Zukunft, von der nicht nur das Gewerbe, sondern vor allem die Anrainer:innen profitieren. Nur ein Jahr nach der Umgestaltung der Mariahilfer Straße nahm die Zustimmung der Menschen um 25 Prozent zu. Heute kann sich in Wien niemand mehr vorstellen, dass sich täglich Autokolonnen durch die Mariahilfer Straße stauen könnten.

Lebensqualität in die äußere Mariahilfer Straße bringen

Es ist Zeit, auch den Menschen in Fünfhaus wieder mehr Lebensqualität zurückzugeben. Schon vor dem ersten Weltkrieg war die Mariahilfer Straße eine prachtvolle Straße, die das Kunsthistorische Museum mit dem Auer-Welsbach-Park verbunden hat. Durch die Umgestaltung der inneren Mariahilfer Straße blühte diese auf, während die äußere Mariahilfer Straße und deren anschließende Wohnviertel immer mehr zum Shopping-Großparkplatz verkamen. Die Äußere Mariahilfer Straße ist verkehrsplanerisch am Stand der 80er Jahre, zum Leidwesen der Anrainer:innen. Die äußere Mariahilfer Straße wird nicht als Durchzugsstraße gebraucht, sie soll deshalb  das pulsierende Zentrum von Rudolfsheim-Fünfhaus werden. Demnach muss die Gestaltung dieser Straße auch im Nutzen der Bewohner:innen sein und der Durchzugsverkehr nachrangig behandelt werden.

Die Ansiedelung des autofreien Möbelhauses bringt dem Grätzel eine Aufwertung. Es ist ein Erfolg der Grünen Stadtplanung, dass für ein großes Möbelhaus keine Grünräume versiegelt wurden, keine Parkplätze und Zufahrtsstraßen gebaut werden mussten. Jetzt soll aus dem Grätzel eine „grüne Pforte“ in die Mariahilfer Straße entstehen.

Verkehrsberuhigung im Grätzel beim IKEA

Wir Grüne setzen mit ihren Plänen für das Grätzel in erster Linie auf Verkehrsberuhigung. In einem ersten Schritt soll eine Begegnungszone zwischen Gürtel und Gerstnerstraße entstehen: Mit angehobener Fahrbahn, Bäumen, Sitzgelegenheiten und ausreichend Platz für alle. Die Begegnungszone bringt entspanntes Flanieren und Lebensqualität in die äußere Mariahilfer Straße. Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und die Straßenbahn bewegen sich im Einklang. Es gibt Platz zum Gehen, Rollen, Sitzen und Stehen.

Bäume und das Straßenklima

Der zweite zentrale Punkt für die Umgestaltung ist die Begrünung. Menschen, Anrainer:innen und  Besucher:innen der Mariahilfer Straße gleichermaßen sollen die Straße auch in ihrer Freizeit nutzen können. In den heißen Sommern braucht es Beschattung, damit man überhaupt aus dem Haus gehen kann, denn der 15. Bezirk gehört zu jenen Bezirken, in denen die Bewohner:innen am wenigsten Wohnraum pro Kopf zur Verfügung haben. Umso dringender braucht es einen attraktiven öffentlichen Raum, der zum Verweilen einlädt.

In Mikroklima-Modellen haben Forscherinnen und Forscher simuliert, wie man Städte kühlen könnte – große Bäume etwa können die Temperatur auf asphaltierten Plätzen um rund zehn Grad senken. Dieser Effekt ist deshalb so groß, weil wir weniger die Lufttemperatur spüren, sondern die Strahlungstemperatur, die an Hitzetagen, vor allem in dichtverbauten Gebieten, deutlich höher als die Lufttemperatur ist. Bäume beschatten Plätze und Straßen, diese nehmen dadurch weniger Strahlung auf und geben dann auch nachts weniger Wärme ab. Zudem verdunsten Bäume bei Hitze Wasser und kühlen dadurch auch dadurch die Umgebung. Und Bäume sind es, die die Mariahilfer Straße wieder zu einem attraktiven Aufenthaltsraum machen werden.

Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Stadt

Es entstehen Arbeitsplätze in Wien statt im Umland, alleine 200 im neuen Möbelhaus, und zusätzliche Impulse werden für die Geschäftsstraße rundherum geschaffen. Die Kaufkraft und die Kundenfrequenz in der äußeren Mariahilfer Straße steigen.

Die Mariahilfer Straße ist eines der Herzen des 15. Bezirks. Nach Jahrzehnten der Fehlplanung als Durchzugsstraße besteht jetzt die Chance auf einen echten Ortskern für den südlichen Bezirksteil. Wir werden hart an der Umsetzung arbeiten und freuen uns auf eure Unterstützung.

Schreib uns deine Ideen zur neuen äußeren Mariahilfer Straße an wien15@gruene.at​!​