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am 21. Mai

Rustensteg: Querung auf eigene Gefahr!

Claudia Kulhanek, Haroun Moalla - Eine 45% steile Rampe ist die zynische Antwort der Stadträtin Sima statt des barrierefreien Rustenstegs mit Lift.

Als eine von nur zwei Querungsmöglichkeiten über die Westbahnschneise hätte der Rustensteg Star-Potential: EineFußgänger:innen-Brücke mit grandiosem Panoramablick zum Wienerwald (und auf den noch visionären Westbahnpark). ​Würde die unzeitgemäße Stiege nicht die Überwindung des Höhenunterschiedes zwischen den getrennten Bezirksteilen erheblich erschweren und dann noch in eine unangenehme, dunkle und nach Urin stinkende Unterführung münden.​

Dem einstimmigen Wunsch der Bezirksvertretung (und einer langjährige Forderung der Grünen) folgend, plante die Brückenbauabteilung einen barrierefreien und modernen Umbau, bei dem die Unterführung durch eine Verlängerung des Stegs überbrückt würde, sowie eine neue Lift- und Stiegenanlage. Für Menschen, die mit Kinderwagen, Mobilitätshilfen oder per Fahrrad das ÖBB-Gelände überwinden wollen, eine absolute Notwendigkeit.

Die zuständige Stadträtin Ulli Sima verwehrt jedoch die Finanzierung. Stattdessen bekam die Bezirksbevölkerung eine Billigst-Adaptierung in Form einer extrem steilen aufgesetzten Kinderwagenrampe vorgesetzt, welche den Bedürfnissen nicht gerecht werden kann. Zynisch, wie wir finden.

Barrierefreiheit: Rampen im öffentlichen Bereich sind nach DIN 18040-1/2 und OIB-Richtlinie *) (Österreichisches Institut für Bautechnik) mit max. 6% auszuführen, bei bestehenden Gebäuden sind notfalls max. 10% erlaubt.

Zum Rustensteg: Der Bau der 1856 eröffneten Westbahnstrecke zerschnitt den 15. Bezirk auf einer Länge von 1600 Metern zwischen dem südlich der Bahntrasse gelegenen Fünfhaus und dem nördlich der Trasse entstandenen Ortsteil Neufünfhaus. Erst 20 Jahre später wurde mit der Schmelzbrücke wieder eine Verbindung hergestellt. Der Rustensteg wurde 1901 als zweite Querungsmöglichkeit eingeweiht.​

Leider keine Satire: Diesen Hinweis ließ die Stadt Wien anbringen, um davor zu warnen, dass die Treppe in vielen Fällen leider kaum benutzbar ist.