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am 12. April

Umweltschutz am Bau? Kein Interesse.

Marianne Geets - Es gibt verschiedene Wege dem gegenüber zu zeigen, dass „es einem wurscht“ ist. Die Art der Beantwortung unseres Antrags zu Umweltschutzmaßnahmen bei Bauprojekten hat uns aber doch überrascht.

In unserem Bezirk gibt es seit einiger Zeit eine rege Bautätigkeit. Häuser werden abgerissen, neu- und umgebaut. Das ist einerseits positiv, es entsteht neuer und besserer Wohnraum. Andererseits sind Bautätigkeiten immer mit Lärm, Staub und anderen Umweltbelastungen verbunden.

Wir wollten wissen, ob und wie überprüft wird, ob die Normen und Regelungen die diese Umweltbelastungen reduzieren sollen, eingehalten werden. Wir stellten in der Bezirksvertretungssitzung am 23.2.2017 einen entsprechenden Antrag und wollten die Thematik im Umweltausschuss bearbeiten. Rot, Blau, Schwarz und Neos wollten aber die Umweltthematik nicht diskutiert wissen. Sie befanden, es handle sich um ein Bauthema und so landete unser Antrag im Bauausschuss.


Kontrolle – brauch ma ned!

Die Diskussion im Bauausschuss lässt sich kurz zusammenfassen:in Bezug auf Lärm, Staub und gefährliche Baustoffe, wie etwa Asbest, wird die Einhaltung von Umweltbestimmungen nicht kontrolliert.

Eine der Bestimmungen ist, dass der Bauträger eine unzumutbare Staubentwicklung, z.B. bei Abbrucharbeiten verhindern muss. In der Regel passiert das durch Befeuchtung. Schlüsselbegriff ist jedoch das Wort „zumutbar“. Staubentwicklung zu verhindern kostet Arbeitszeit und Geld, ebenso der entsprechende Umgang mit Giftstoffen und deren Entsorgung, die etwa bei Abrissen anfallen können. Was und vor allem wem zumutbar ist, ist nicht definiert und wird naturgemäß von Anrainer_innen und Baufirmen unterschiedlich ausgelegt.


Sie können uns ja anrufen…

So lautete die Auskunft des Beamten auf Nachfrage, was gegen die Belastungen getan werden kann. Und es wäre nicht Wien, wenn die Zuständigkeiten für Anrainer_innen leicht zu durchschauen wären.

Bei Staub und Lärm ist die MA 36 zuständig, Meldungen werden unter Angabe der genauen Adresse der Baustelle und der Tageszeit erbeten. (Bei lärmenden Bauarbeiten zwischen 20:00 und 6:00 muss der Bauträger eine Bewilligung beantragen, Sonntagsruhe ist nicht vorgeschrieben.)

Bei massiven Verschmutzungen von Fahr- und Gehwegen ist die MA 48 zuständig.

Die verkehrstechnische Sicherheit liegt im Bereich der MA 46.

Bei umweltbelastenden Baustoffen kann die MA22 kontaktiert werden.

MA 22: +43 1 4000-73440; post@ma22.wien.gv.at

MA 36: +43 1 4000-36110; post@ma36.wien.gv.at

MA 46: +43 1 81114-0 ; post@ma46.wien.gv.at

MA 48: +43 1 58817 48081; post@ma48.wien.gv.at

oder:

Stadtservice Wien: +43 1 50 255-01

Kontaktformular: https://www.wien.gv.at/kontakte/stadtservice/neu.html


Es bleibt in jedem Fall ein unguter Nachgeschmack. Die Stadt fühlt sich für Kontrollen nicht zuständig, zumindest so lange nicht, bis eine aufmerksame Anrainer_in die Initiative ergreift. Auch wir geben uns noch nicht zufrieden. Wir werden den Antrag neu einbringen und wieder versuchen, das Thema als Umweltthema zu behandeln.