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am 18. Oktober

Peter Kraus stellt sich vor

Webredaktion Grüne Rudolfsheim-Fünfhaus - Webredaktion Grüne Rudolfsheim-Fünfhaus - Wir haben den 5 KandidatInnen zur Spitzenwahl Fragen über den 15. Bezirk gestellt. Peter Kraus hat sich als Zweiter unseren Fragen gestellt.

Wie ist deine ganz persönliche Beziehung zum 15.?


Ich lebe seit 2009 in Fünfhaus. Der 15. Bezirk ist mein Zuhause.


Welche politischen Fragen sind aus deiner Sicht für Rudolfsheim-Fünfhaus besonders relevant? Welche Lösungen würdest du dafür vorschlagen?


Im 15. Bezirk stechen die drängendsten Fragen unserer Stadt heraus. Wie kann ich mir eine Wohnung aus eigener Kraft leisten? Habe ich am Ende des Monats noch genug, um mein Leben und das meiner Kinder zu finanzieren? In welcher Welt wachsen meine Kinder und die Generationen nach uns auf? Bekommen wir die Auswirkungen der Klimakrise in der Stadt in den Griff?

 

Ich möchte dafür sorgen, dass ein gutes Leben in Wien keine Frage der Postleitzahl ist. Ein leistbares Leben und eine bezahlbare Miete ist wesentlich für alle im 15ten. Darum will ich ein neues Mietrechtsgesetz - wenn es die Bundesregierung nicht zusammenbringt dann in Wiener Landeskompetenz. Alle Privatwohnungen, die älter als 25 Jahre sind würden dann unter das neue Mietrechtsgesetz. Das betrifft 100.000 Wohnungen in Wien - ein großer Teil davon im 15. Bezirk, die in Zukunft leistbarer werden.

 

Mit einer engagierten Stadtregierung will ich auch einen Plan gegen die Überhitzung Wiens umsetzen. Neue Bäume, mehr Schatten und Begegnungszonen. Tausende neue Bäume sorgen für eine schattigere und kühlere Wohnumgebungen. Mit einem neuen Budgettopf der Stadt will ich gemeinsam mit dem 15. Bezirk dafür sorgen, dass keine Straße mehr baumfrei ist.



Im 15. leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Was für Herausforderungen und was für Chancen siehst du darin? Welche politischen Maßnahmen erfordert das?


Der 15. zeigt, dass Zusammenleben funktioniert. Wir müssen aber darauf schauen, dass alle im 15ten die gleichen Chancen haben. Egal woher die Eltern kommen, egal ob die Familie viel oder wenig Einkommen hat. Diese soziale Frage beginnt bereits in der Schule und im Kindergarten. Und darum ist es wichtig, mehr Ressourcen an Bildungseinrichtungen zu schicken.

 

Darüber hinaus sollten wir auch die vorhandenen Strukturen und Institutionen bestmöglich vernetzen. Im 15. Bezirk gibt es beispielsweise das Bildungsgrätzel Schönbrunn rund um den Henriettenplatz. Dort arbeiten viele Bildungseinrichtungen zusammen und bündeln so ihre Ressourcen und ihr Wissen.

 

Was ebenfalls auffällt im 15. ist, dass wir ein neues Wahlrecht brauchen. Denn knapp 50% der Menschen im Bezirk haben kein Wahlrecht, obwohl viele schon hier geboren wurden und hier Kinder großziehen. Das Gefühl dazu zu gehören entsteht auch durch die Möglichkeit, demokratisch mitbestimmen zu können.


Die Menschen im 15. haben das niedrigste Einkommen aller Bezirke. Viele stellen sich die Frage, wie sie sich ihr Leben leisten können. Was sind deine Antworten?


Die Leistbarkeit des Lebens und bezahlbare Mieten sind eine zentrale Frage in unserer Stadt. Und sie wird darüber entschieden, ob wir unsere hohe Lebensqualität als sichere, grüne, offene Stadt beibehalten. Für mich ist klar: beim Wohnen geht es um Leistbarkeit und nicht um Spekulation. Das entlastet Familien, die oft schon über 50% ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

 

Gleichzeitig dürfen wir auf Stadtebene aber nicht auf die Kürzungs-Fantasien der Rechten und Konservativen einsteigen. Mindestisicherung und Sozialleistungen werden in Wien mit grüner Regierung nicht angetastet. Vielmehr müssen wir alle Anstrengungen intensivieren, damit Menschen so viel Unterstützung bekommen, um aus eigener Kraft ihr Leben bestreiten zu können.


Der Gleisbereich am Westbahnhof soll verkleinert werden. Dadurch kann ein ganz neues Viertel entstehen. Wenn du es planen dürftest, was wäre deine Vision?


Bei einer potenziellen Entwicklung des Areals (vor allem entlang der Felberstraße) sind einige Dinge von Beginn an zu berücksichtigen: Wohnbau muss zum überwiegenden Teil gefördert bzw. leistbar sein. Ein Verkehrskonzept muss für eine gute öffentliche Anbindung und Verbindung der Bezirksteile sorgen. Im dicht bebauten Gebiet braucht es Grün- und Freiräume. Idealerweise optimieren wir das neu entstandene Viertel auch hinsichtlich des Mikroklimas.

 

Und nicht zuletzt hat eine Entwicklung natürlich das Potenzial den “Riegel” der Gleiskörper zu entschärfen und mehr Querungsmöglichkeiten zwischen nördlichem und südlichem Teil des Bezirks zu schaffen. 


Der 15. Bezirk ist Klimaschutzbezirk. Was bedeutet Klimaschutz für dich und welche Maßnahmen sind aus deiner Sicht schnellstmöglich umzusetzen?


Klimaschutz heißt, dass wir den Generationen nach uns ein gutes Leben garantieren. Dafür müssen wir die Veränderungen auch als das begreifen, was sie sind: eine Klimakrise. Für uns heißt das:

  1. Wien CO2 neutral machen. Häuser isolieren, auf erneuerbare Energie umsteigen, raus aus Öl&Gas, Öffis und Radinfrastruktur ausbauen. Außerdem verstärkt auf Kälte-/Wärmepumpen setzen, die Energie im Erdreich speichern und so im Sommer den Stromverbrauch für Klimageräte und im Winter die Kosten für Heizung reduzieren.
  2. Wien an die Auswirkungen der Klimakrise anpassen. Spätestens seit dem Sommer 2018 mit 42 Hitzetagen und ebensovielen Tropennächten wissen alle: die Auswirkungen der Klimakrise sind spürbar. Immer mehr Hitzephasen bedeuten, dass Menschen sterben. Ich will einen Plan gegen die Überhitzung der Stadt. Das heißt für den 15. Bezirk: Fassadenbegrünungen, keine Straße mehr ohne Baum, öffentliche Plätze mit Schatten und Aufenthaltsqualität.


Worin siehst du in dem geplanten IKEA Projekt am Westbahnhof die größten Chancen? Welche Gefahren birgt es?


Das Areal liegt auf meinem täglichen Weg in die Arbeit. Und egal ob ich mit Rad, zu Fuß oder öffentlich unterwegs bin: wer sich im Gebiet Westbahnhof/Äußere Mariahilfer Straße bewegt spürt den Veränderungsbedarf. Vor allem hinsichtlich öffentlichem Raum hat die Neugestaltung ein großes Potenzial. Denn die Aufenthaltsqualität rund um das derzeitige “blaue Haus” kann sicherlich verbessert werden. 

 

Klar ist auch, dass wir Konzerne, die sich vor Steuern in Österreich und anderen europäischen Ländern drücken, kritisch sehen.


Die Belebung des Schwendermarktes ist im Bezirk immer wieder Thema. Was sind deine Gedanken zur Novellierung der Marktordnung und zu Nahversorgung im Allgemeinen?


Märkte erfüllen eine wichtige Funktion als Nahversorgung und sozialer Angelpunkt. Der Schwerndermarkt ist wichtig für ein gutes Zusammenleben in dem Grätzel. Insofern gilt der Dank den Marktstandler_innen, die als Pionier_innen dem ganzen Grätzel Leben einhauchen. 

 

In der neuen Marktordnung finden sich viele Verbesserungen, die auch dem Schwendermarkt helfen können. Einige Punkte wurden nach Feedback der Marktstandler_innen noch überarbeitet. Insgesamt wünsche ich mir, dass der Schwendermarkt als wichtiges Bezirkszentrum von Stadt und Bezirksvertretung nach allen Möglichkeiten unterstützt wird, weil er zur Lebensqualität im 15ten einen wichtigen Beitrag leistet.


Lieblingsort im 15.


Das Buchkaffee Melange.

Das mag ich am 15. gar nicht


Die Schlaglöcher am Radweg in der Äußeren Mariahilfer Straße.