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am 21. Februar

3. Piste in Schwechat

Marianne Geets - Vorläufiges AUS durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Seit 1999 kämpfen Umweltschützer_innen und Anrainer_innen gegen die 3. Piste am Flughafen Schwechat. Im Februar 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht den Ausbau gestoppt. Der Schutz der Umwelt, so die Argumentation, ist wichtiger als die Interessen der Flughafen-AG. Befürworter_innen der Piste jedoch wollen weiterkämpfen.

Weniger Lärmbelastung durch mehr Flugverkehr? 

11,5% der Landungen dürfen über den 15. Bezirk auf Leitstrahl 11 geführt werden, so wurde der Zielwert im Mediationsverfahren 2014 festgelegt. Aber bei Süd- bzw. Südostwind kann dieser Wert überschritten werden. Die Folge, der Zielwert wird Jahr für Jahr deutlich überschritten. Viele Bewohner_innen des 15. Bezirks können davon ein Lied singen, und oft ihr eigenes Wort nicht nicht verstehen. Die 3. Piste, so die Argumente der Flughafen Wien AG, würde zu einer Entlastung mancher Bezirke beitragen. Das klingt nach dem Floriani – Prinzip, denn natürlich würden Lärm und Umweltbelastung durch einen höheren Flugverkehr insgesamt steigen, eine Verdoppelung der An- und Abflüge ist das Ziel der Flughafenerweiterung. Die Frage, ob die Piste wirklich notwendig ist, bleibt offen. Durch eine ausgeklügelte und gute Logistik könnten Kapazitätsprobleme ebenfalls reduziert werden. Eine mögliche Kooperation mit dem Flughafen Bratislava, samt Ausbau einer Städte und Flughafen verbindenden Bahninfrastruktur kommt in der Diskussion leider gar nicht vor. 

Ausbau oder nicht - unterschiedliche Interessenslagen
 

Auch innerhalb der Wirtschaft gibt es unterschiedliche Interessen: Natürlich ist die Bauwirtschaft an den Millionenaufträgen im Falle eines Ausbaus interessiert während an der Börse der Aktienkurs nach dem Urteil stieg. „Die positiven Effekte durch den Entfall zusätzlicher Baukosten im Rahmen von 1,25 Milliarden Euro würden die negativen Konsequenzen durch langfristig niedrigere Wachstumsaussichten und höhere durchschnittliche Kapitalkosten überwiegen, konstatiert Maurer.“ (derstandard, 13.2.2017) 

Fluglärm und Emissionen durch Flugverkehr gefährden unsere Gesundheit 

Umweltlärm gehört zu den größten Gesundheitsrisiken und ist ein Dauerthema in den entsprechenden Gremien der EU und der WHO (World Health Organisation). Herzinfarkte, Schlaganfälle, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit – die Liste der Erkrankungen, die durch Lärmbelastungen ansteigen, ist lang. Auch die Emissionen, die durch den Flugverkehr entstehen, tragen zur Erderwärmung bei, die Luftverschmutzung ist vor allem in Flughafennähe signifikant höher. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung. Eines ist aber klar, für den 15. Bezirk ist die 3. Piste eine Verschlechterung der Situation.